Dracula

Dracula

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Auch in München startet nun der Vorverkauf für den Mitternachtsball


Jetzt ist es soweit, dass auch im Süden Deutschlands Karten für "Tanz der Vampire" gekauft werden können. Dort werden die Untoten vom 05. Oktober 2016 bis zum 15. Januar 2017 ihre Zelte....pardon, ihre Särge aufstellen. *g*

Mehr dazu findet Ihr hier: Musical1

Eigentlich eine perfekte Gelegenheit, einen Besuch auf Schloss Krolock mit einem Besuch des Christkindlmarktes zu verbinden. 




Zwei gute Nachrichten für Vampirfans für das nächste Jahr. So muss das sein. ;-) 


Dienstag, 1. Dezember 2015

Arnold Paul - ein echter Vampir?


Arnold Paul kam zur Zeit des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs in Medvetgia zur Welt.
Während des Krieges gegen die Türkei wurde er angeblich von einem Vampir angegriffen.
Nach dem Angriff folgte er diesem Vampir bis zu einem Friedhof, vernichtete ihn und aß daraufhin als Vorbeugungsmaßnahme etwas Erde vom Grab. Jedoch verlor diese Maßnahme bald ihre Wirkung.
Nach seinem Tod wurde Paul mehrmals gesehen. Plötzlich kam es auch zu mehreren Übergriffen auf Menschen.
Dieser Fall löste eine regelrechte Vampirismus-Welle aus: Zahlreiche Spezialisten wurden für die Nachforschung angeheuert. Tagelang untersuchten sie sämtliche Indizien.
Vierzig Tage nach seinem Tod wurde sein Grab geöffnet:
Ein paar Chirurgen der Armee exhumierten den Leichnam, dessen Zustand erstaunlich dem eines lebenden Körpers ähnelte. Die Haut war noch rosig.
Als man ihn aufritzte, floss noch Blut und er stieß einen grellen Schrei aus. Sofort wurde er enthauptet und verbrannt....

Filmvorstellung: So finster die Nacht

Die Verfilmung des Romans von John Ajvide Lindqvist haben wir uns gestern auf DVD angesehen.
Ein Vampirfilm, der so ganz anders war, als die üblichen Filme dieses Genres. Kein Dracula oder Lestat, der hübschen Frauen das Blut aussaugt. Und schon gar kein in der Sonne glitzernder Edward Cullen.

Eli ist ein zwölfjähriges Mädchen. Jedenfalls glaubt das der gleichaltrige Oskar, als sie mit ihrem "Vater" im selben Haus einzieht.
Hakan ist allerdings nicht Elis Vater, sondern ihr Beschützer. Außerdem versorgt er das Mädchen mit Blut. Dazu tötet er Menschen und lässt sie ausbluten.
Zugleich hadert Eli wegen ihrer Lebensweise und den zahlreichen Opfern mit ihrem Gewissen, denn auch Oskar droht immer wieder ihren Appetit zu wecken. Er fragt sie, ob sie mit ihm gehen will und Eli willigt nach einigem Zögern ein. Nach und nach gewinnt Oskar Elis Vertrauen und die beiden beginnen sich schließlich jeden Abend durch die Wand mit Morsezeichen zu verständigen. Als Eli herausfindet, dass Oskar von seinem Schulkameraden Conny und dessen Freunden schikaniert wird, fordert sie ihn auf, sich heftig gegen die Schikanen seiner Klassenkameraden zu wehren und versichert ihm, dass sie ihn beschützen könne. Beim Schlittschuhlaufen schlägt Oskar Conny schließlich nieder, als dieser ihn erneut hänselt.
Håkans nächster Beutezug geht katastrophal schief: Als er in der Umkleide einer Turnhalle gerade seinem Opfer die Kehle aufschneiden will, drohen Zeugen Türen und Fenster aufzubrechen. Håkan macht sich mit einem Einmachglas Säure unkenntlich, um Eli zu schützen. In der selben Nacht besucht Eli Håkan im Krankenhaus im siebten Stock. Sie erlöst ihn von seinem Leid, indem sie sein Blut trinkt. Daraufhin stürzt er aus dem Fenster und bricht sich das Genick.
Oskar erfährt schließlich von Elis wahrer Natur, kann aber nicht von seiner Liebe zu ihr lassen und beschließt, ihr weiterhin beizustehen. Und diese Treue wird bald bitter nötig: Ein Nachbar findet Elis Identität heraus und sucht sie in ihrer Wohnung auf, um sie für den Tod seiner Liebsten, die Eli überfallen hat, zu bestrafen und zu vernichten. Oskar lenkt ihn jedoch ab, Eli wird daraufhin wach und tötet Lacke. Da Lackes Verschwinden zwangsweise Nachforschungen mit sich zieht, muss Eli weiterziehen und sie und Oskar sagen sich Lebwohl. Kurz darauf wollen Conny und sein älterer Bruder Oskars Gegenwehr vergelten. Sie zwingen Oskar im Schulschwimmbad unter Wasser, doch dann erscheint Eli, tötet Oskars Peiniger und rettet ihm so das Leben.
Schließlich verlassen Oskar und Eli gemeinsam mit dem Zug die Stadt.

Zugegeben, ein etwas ungewöhnlicher Film des Genres, aber trotzdem gut. Und auch ohne große Action sehr spannend erzählt.


Buchvorstellung: "Kinder des Judas" von Markus Heitz

Zum Inhalt:
Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist … Jung sein, schön, gesund – und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der »Kinder des Judas« verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern – und Vampiren! 

Das Buch stand schon sehr lange in meinem Regal, irgendwie hatte ich mich nie dazu durchringen können, es zu lesen.
Dann habe ich es mir nochmal vorgenommen und das Nachwort von Markus Heitz zum Thema Vampir gelesen und fand das äußerst interessant. Er berichtet von Legenden und Geschichten von Vampiren oder Upiren aus Osteuropa und vom Balkan. Die Menschen dort glaubten ganz fest daran, dass es diese Wesen gab und auch immer noch gibt. Die Begräbnisrituale sind auch überwiegend heute noch so, dass die Toten nicht als Vampire aus dem Grab zurückkehren und ihre Familien heimsuchen können. 

Natürlich handelt es sich bei "Kinder des Judas" um einen fiktiven Roman, aber Markus Heitz hat, wie auch schon bei "Ritus" und "Sanctum", Mythen und Legenden gekonnt einfließen lassen.  

Schnell wird dem Leser klar, dass das Mädchen, dessen Geschichte hier erzählt wird, die der Vampirin Sia selbst ist.  Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, im Jahr 2006 in Leipzig und Serbien und zu Ende des 17. und Beginn des 18. Jahrhunderts,  zunächst im von Türken besetzten Serbien, später unter der Besatzung der Österreicher. Skylla lebt also nie in einem freien Land, genau wie sie selbst auch nie frei ist. Als sie klein ist, wird ihre Mutter von den Türken ermordet und sie wächst bei ihrem Vater auf, den sie bis dahin nie gesehen hat. Aber langsam baut sie Vertrauen zu dem seltsamen Mann auf, der in einer alten Mühe nahe Belgrad lebt und den sie immer nur nachts zu Gesicht bekommt. Er lehrt sie medizinisches Wissen, alles über die menschliche Anatomie und Natur. Sie hält ihn für einen großen Forscher und eifert ihm nach. Bald ist auch sie perfekt darin, menschliche Leichen zu sezieren und zu untersuchen. Er lässt sie glauben, er tut das alles zum Wohle der Menschheit und um Krankheiten zu erforschen und zu heilen. Später stellt sich heraus, dass er nur ein Mittel für Ewige Jugend sucht.
Eines Nachts beobachtet Skylla ein geheimnisvollen Treffen in der Mühle, edel aussehende Männer und Frauen, alle mit denselben weißen Perücken wie ihr Vater sie trägt. Was hat das zu bedeuten?
Sie ahnt nicht, dass sie bald selbst zu dieser Vereinigung, dieser "Cognatio" gehören soll, denn sie selbst hat das Blut eines Vampirs in sich. Ihr Vater ist ein "Kind des Judas" und auch Skylla soll eines werden.
Aber es kommt anders.

In der Gegenwart hat Skylla es sich zur Aufgabe gemacht, auf ihre Nachkommen aufzupassen. Denn sie muss verhindern, dass diese nach ihrem Tod zu einem gefährlichen Upir werden.

Markus Heitz gelingt es, den Spannungsbogen ständig aufrecht zu erhalten, bis es zum entscheidenden Showdown zwischen Skylla und ihrem Erzfeind Marek kommt. Dieser trägt die Schuld, dass ihre einzige große Liebe damals sterben musste und das hat sie ihm nie verziehen.

Teilweise ist die Geschichte sehr brutal und blutig, aber das hat mich nicht überrascht, kennt man ja von Herrn Heitz. Und ehrlich gesagt, tut es gut, mal wieder was mit "richtigen" Vampire zu lesen und keine weich gespülten Kuschelvampire, die in der Sonne glitzern. ;-)

Die Fortsetzungen "Judassohn" und "Judastochter" werde ich auf jeden Fall auch lesen.

Ganz klar gibt es hier auch 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71



Buchvorstellung: "Chicagoland Vampires: Frisch gebissen" von Chloe Neill

Ich gebe zu, ich war ja zuerst skeptisch anhand des Klappentextes und habe mehr was für Jugendliche erwartet, halt so in Richtung Twilight oder so.
Aber ich bin positiv überrascht von dem Buch, denn Merit, die Hauptperson, ist keine Schülerin, sondern eine siebenundzwanzigjährige Doktorandin an der Universität von Chicago, als sie nachts im Park überfallen wird. Sie überlebt den Angriff des Vampirs nur, weil ein anderer Vampir sie verwandelt.
Überraschend ist das zwar nicht für sie, denn vor acht Monaten traten die Vampire an die Öffentlichkeit und verkündeten, dass sie keine Wesen aus Schauergeschichten sind, sondern tatsächlich existieren. Trotzdem ist sie von ihrer Wandlung zunächst nicht begeistert. Im Gegensatz zu ihrer Freundin und Mitbewohnerin Mallory, die sich schon immer für das Übersinnliche und Okkulte interessiert hat und fast enttäuscht ist, dass es sie nicht erwischt hat.
Allerdings hat sie im Verlauf der Geschichte keinen Grund mehr neidisch zu sein, aber ich will nicht zuviel verraten.
Als Merit am dritten Abend nach ihrer Wandlung nach Hause kommt, erfährt sie, dass sie vom Meister des Vampirhauses Cadogan, Ethan Sullivan, verwandelt und somit vor dem Tod gerettet wurde. Aber ihre Dankbarkeit hält sich in Grenzen, denn nun erwartet sie ein Leben, das sie selbst nicht für sich gewählt hat. Besonders wütend macht sie, dass ihr Job durch das Haus Cadogan bei der Uni gekündigt wurde, ohne dass sie davon wusste.
Bei einem ersten Besuch im Haus Cadogan stellt sie Ethan zur Rede und macht ihm klar, dass sie sich nicht herumkommandieren lässt. Ethan ist Ungehorsam von „Neugeborenen“ nicht gewohnt und erteilt ihr im Kampf vor anderen Vampiren eine Lektion. Von da an herrscht bei jedem Zusammentreffen der beiden knisternde Spannung, denn so sehr Merit auch versucht ihren Meister zu hassen, kann sie doch nicht leugnen, dass sie sich zu dem attraktiven Vampir hingezogen fühlt.
Aber zunächst gibt es andere Probleme, denn es wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die Merit sehr ähnlich sieht. Ist ein Serienmörder in Chicago unterwegs, ein abtrünniger Vampir und sollte Merit auch sein Opfer werden?

Merit ist eigentlich der Familienname der Hauptperson, ihren Vornamen erfährt man – zumindest in diesem ersten Teil – nicht. Dieser Name ist allerdings sehr bekannt in Chicago, denn ihr Vater hat nichts Besseres zu tun, als sein Leben lang Geld und Reichtum anzuhäufen und sich somit Macht und Einfluss in der Stadt zu erkaufen. Eine Tatsache, die Merit zuwider ist und sie daher kaum Kontakt zu ihrer Familie hat, mit Ausnahme ihres Großvaters. Charles „Chuck“ Merit ist ehemaliger Polizist und seit 4 Jahren in Pension. Zumindest hat er das seiner Enkelin erzählt. In Wahrheit leitet er eine kleine Spezialeinheit, um das Gleichgewicht des Übernatürlichen zum Rest der „normalen“ Bevölkerung Chicagos aufrecht zu erhalten. Diese Truppe besteht aus dem Hexenmeister Catcher, dem Formwandler Jeff und einem Vampir, dessen Identität nur Charles kennt.
Catcher unterrichtet Merit in Kampftechniken und Mallory macht ihr klar, wie sie sich als Angehörige eines der mächtigsten Vampirhäuser in Chicago zu kleiden und zu benehmen hat. Und allmählich gewöhnt Merit sich an ihr neues Leben, das nur nachts stattfinden kann, da sie eine schmerzhafte „Sonnenallergie“ entwickelt hat.
Und als der große Abend kommt und Merit offiziell mit anderen Vampirneulingen dem Haus Cadogan die Treue schwört, wird sie mit einer einflussreichen Position in der Hierarchie belohnt.

Bei den vielen Vampir- und Fantasyromanen ist es für einen Autor natürlich schwer, etwas komplett neues, noch nie Dagewesenes zu erfinden. Daher gibt es auch hier Parallelen zu den Romanen von Charlaine Harris, Ilona Andrews, Jeanne C. Stein oder Kim Harrison. Aber das fand ich jetzt nicht schlimm, denn Chloe Neill hat eine spannende Geschichte mit sympathischen, Figuren geschrieben, allen voran Merit, aber auch Mallory, Catcher, Jeff, ihr Großvater Charles und einige der Vampire, die sie kennenlernt. Das Ende ist zwar nicht sehr überraschend, was die Morde angeht, aber auch das tut der Spannung keinen Abbruch. Das Buch hat für mich alles, was einen guten Roman ausmacht: eine fesselnde Geschichte, Herz und Humor (musste oft grinsen) und einen Hauch Erotik, aber nicht zuviel davon.
Inzwischen habe ich bereits Teil 7 gelesen...

Hierfür vergebe ich 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71


Buchvorstellung: "Der Rote Tod" von P. N. Elrod

Im Jahr 1773 reist der junge amerikanische Adlige Jonathan Barrett nach England, um in Cambridge Jura zu studieren. Dorthin wird er von seinem Vater geschickt, denn in Amerika tobt der Unabhängigkeitskrieg und die Vorfahren der Barretts stammen aus England.
In London lernt Jonathan die schöne und geheimnisvolle Nora Jones kennen, die seine erste große Liebe wird. Obwohl einiges an Nora merkwürdig ist - attraktive und begüterte Männer gehen bei ihr ein und aus, beim Liebesspiel beißt sie Jonathan immer -, akzeptiert er ihre Eigenheiten. Als ihn die Familie noch vor Abschluss seines Studiums zurück in die Heimat ruft, trennen sich Jonathan und Noras Wege. Bei einem Gefecht wird Jonathan von einer Kugel getroffen und stirbt…oder doch nicht? Voller Panik wacht er eines Nachts in einem Sarg unter der Erde auf. Was ist mit ihm passiert? Erst nach und nach wird ihm klar, dass er seinen veränderten Zustand Nora zu verdanken hat, aber jeder Versuch einer Kontaktaufnahme scheitert. Seine große Liebe ist wie vom Erdboden verschluckt…

Der Rote Tod von P. N. Elrod ist der erste von vier Vampir-Romanen der Jonathan- Barrett-Reihe. Interessant ist, dass die Figur bereits im dritten Teil der ebenfalls von Elrod stammenden Serie um den Vampir Jack Fleming auftaucht. Sie selbst war im Nachhinein so fasziniert von Jonathan, dass sie ihm eine eigene kleine Reihe schrieb und dort erklärte, wie er zum Vampir wurde.

Dieser erste Band schildert die Familienverhältnisse der Familie Barrett vor dem Hintergrund des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges 1775-83 sowie Jonathans Verwandlung zum Vampir. In der Ehe der Eltern steht es nicht zum Besten, seine Mutter ist psychisch krank. Einziger Halt ist seine Schwester Elizabeth.

Auch die Probleme, mit denen der Untote konfrontiert wird, sind mal was anderes, was in der einschlägigen Literatur des Genres so selten vorkommt Jonathan muss beispielsweise entscheiden, wem er sein Geheimnis anvertrauen kann, und er hat durchaus moralische Skrupel, in wie weit er andere mit seinen erstaunlichen Fähigkeiten manipulieren darf, um Widersprüche in seiner Lebensgeschichte zu kaschieren. Kleine Abweichungen von Klischees erlauben der Handlung viele neue Variationen und heben die Bücher wohltuend vom übrigen Vampirkram ab.

Die Protagonisten werden realistisch mit guten und schlechten Eigenschaften geschildert. Es mangelt auch nicht an einigen skurrilen Figuren, die immer wieder die Handlung vorantreiben oder ihr zu einer unerwarteten Wende verhelfen. Mancher, der zunächst unsympathisch wirkt, entwickelt sich zu einem vielschichtigen Sympathieträger weiter.

Die weiteren Teile sind:
Der endlose Tod
Der tanzende Tod
Der maskierte Tod

Hierfür vergebe ich 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71


Buchvorstellung: "Das Herz der Nacht" von Ulrike Schweikert

Klappentext: Wien im 19. Jahrhundert. Auf den prunkvollen Bällen am kaiserlichen Hof wird der Vampir András Báthory von den Damen umschwärmt. Doch ihn verlangt es nach geistreicher Unterhaltung, wie er sie in den Gemächern der klugen Gräfin von Traunstein findet. Dort lernt er die hübsche Pianistin Karoline kennen und beginnt, bei ihr Unterricht zu nehmen. Doch Karoline hütet ein dunkles Geheimnis. Da wird eine Adlige ermordet aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass in der Stadt ein weiterer Vampir sein Unwesen treibt. Er scheint es auf Báthory abgesehen zu haben und auf alle, die ihm nahe stehen.  

Wien, 1840. Es beginnt mit einem grausamen Mord an einer jungen Frau in einer kalten, verschneiten Nacht. Es ist nicht das erste Opfer eines brutalen Mörders und wird auch nicht das letzte bleiben.
Zunächst interessiert das den Grafen Andras Petru Bathory herzlich wenig, denn was gehen ihn die Sorgen und Probleme der Menschen an? Das hat er vor langer Zeit hinter sich gelassen. Sterbliche sind für ihn bestenfalls Nahrung, denen er in den Straßen des nächtlichen Wien begegnet. 
Aber dann trifft er eines Nachts im Prater auf die Fürstin Therese und rettet ihr das Leben, als ihre Pferde mit der Kutsche durchgehen. Ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Gewohnheiten verschont er sie, denn ihre Intelligenz, ihre Sehnsucht und ihr Hunger auf das Leben berühren einen Teil in ihm, den er lange vergraben geglaubt hatte. Gemeinsam besuchen sie literarische und musikalische Veranstaltungen in der gehobenen Gesellschaft von Wien. Therese ist fasziniert von dem "jüngeren" Grafen, der anscheinend doch so viel mehr Lebenserfahrung hat als sie selbst. Das schmeckt allerdings ihrem Ehemann gar nicht. Es ist schließlich etwas anderes, ob er wechselnde Geliebte hat oder ob sich seine Frau in der Öffentlichkeit mit einem anderen und noch dazu sehr attraktivem Mann zeigt. 
Durch Fürstin Therese lernt Andras schließlich die Familie Wallberg kennen. Karoline ist eine begabte Pianistin, die auch eigene Stücke kompiniert. Den Ruhm dafür erntet allerdings ihr Bruder, denn in der damaligen Zeit schickt es sich nicht, dass eine ledige Frau vor Publikum auftritt. Bei einer abendlichen Unterrichtsstunde am Piano kommt er zufällig hinter das Geheimnis der jungen Frau und trifft auf die achtjährige Sophie. Das Mädchen ist blind, aber ihre anderen Sinne sind dafür um so schärfer und sie erkennt etwas in Andras, das die anderen Menschen nicht sehen. Und der Vampir ist fasziniert von der Offenheit und Ehrlichkeit des Kindes und fühlt sich mit ihm verbunden, denn auch er lebt seit mehr als zweihundert Jahren nur in der Dunkelheit. Von Anfang an scheint ein besonderes Band zwischen den beiden zu bestehen.
Aber dann gibt es weitere Morde und der Täter kommt Andras immer näher und bringt seine untote Existenz in Gefahr. Die Polizei verdächtigt den geheimnisvollen Grafen Bathory schon länger und die Schlinge zieht sich langsam zu. Andras muss auf eigene Faust den Mörder jagen und er ahnt, dass es kein sterblicher Mensch sein kann. Kann er die, die ihm nun etwas bedeuten, beschützen?

Ulrike Schweikert hat bisher drei Vampirkrimis geschrieben, die im heutigen Hamburg spielen. Hauptfigur ist der Vampir Peter von Borgo. Dies ist ein Teil seiner Vorgeschichte, als er noch den Namen Andras Petru Bathory trug. Diese Bücher haben mir sehr gut gefallen und mich interessierte auch die Vergangenheit von Peter von Borgo. Und da ich historische Vampirromane sowieso gerne lese, war auch dies natürlich eine Pflichtlektüre. Wie gesagt, spielt die Geschichte in Wien, zum Ende hin schlägt sie aber den Bogen nach Hamburg.
Die Autorin hat intensiv recherchiert und beschreibt die Städte (Wien und auch Hamburg) wunderbar, man sieht die Straßen direkt vor sich und begleitet den Vampir auf seinen Streifzügen. Auch historische Ereignisse und Personen werden in die Geschichte eingebunden, wie z. B. der große Brand von Hamburg 1842. Ich wollte immer schon mal nach Wien und jetzt erst recht. Ein Besuch in der Gruft der Michaelerkirche gehört dann natürlich dazu. *g*

Das Buch hat mich wunderbar unterhalten, es ist spannend und flüssig geschrieben und ich wollte immer wissen, was als nächstes kommt. Und es wäre schön, weiteres aus der Vergangenheit von Peter von Borgo zu lesen. Der letzte Satz in der Danksagung von Ulrike Schweikert lässt zumindest darauf hoffen, als sie sich bei ihrem Mann für die Unterstützung in Wien bedankt: "...Er hat auch versprochen, mit mir noch weiter in die Vergangenheit von Andras Petru Bathory alias Peter von Borgo zu reisen. Die Spur führt nach Transsilvanien..."

Hierfür gibt es 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71