Dracula

Dracula

Freitag, 27. November 2015

Buchvorstellung: "Dracula" von Bram Stoker


Ich habe das Buch jetzt nach vielen Jahren zum dritten Mal gelesen, dieses Mal in einer Leserunde. Und auch nach der all der Zeit hat die Geschichte für mich nichts von ihrer Faszination verloren. 
Die Handlung ist ja soweit eigentlich bekannt, daher  versuche ich mich kurz zu fassen. 


Der junge Anwalt Jonathan Harker reist im Auftrag seiner Kanzlei ins entlegene Transsilvanien und führt vom ersten Tag an ein Reisetagebuch. Hauptsächlich, um seine Erlebnisse später mit seiner Verlobten Mina zu teilen, die daheim England auf ihn wartet. Ziel ist die Burg des Grafen Dracula, der durch die Kanzlei in London eine alte Abtei gekauft hat und demnächst dorthin übersiedeln will. Schon auf der Reise geschehen merkwürdige Dinge und die Menschen in Transsilvanien scheinen in tiefem Aberglauben zu leben und warnen Harker vor einer Weiterreise zur Burg. Aber der junge Anwalt lässt sich nicht abschrecken.
Schon hier gelingt es Stoker, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen.
Nach seiner Ankunft auf der Burg muss Harker nach und nach erkennen, dass der Graf nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Er ist sich nicht mal sicher, ob sein Gastgeber wirklich menschlich ist.
Währenddessen wartet Mina daheim auf Nachricht von ihrem Verlobten und vertreibt sich die Zeit mit einem Besuch bei ihrer Freundin Lucy an der Küste in Whitby die Zeit. Aber die unbeschwerte Zeit wird getrübt, denn Lucy scheint krank zu sein und sie schlafwandelt. Ein Freund der Familie, der Arzt John Seward, ruft schließlich seinen alten Studienprofessor Van Helsing zu Hilfe, der sich mit ungewöhnlichen Fällen und Methoden auskennt. Dieser befürchtet schließlich, dass Lucy das Opfer eines Vampirs geworden ist.
Aufgrund der Tagebucheinträge von Mina und Jonathan Harker kommen Van Helsing und Seward zusammen mit Lucys Verlobtem Arthur sowie seinem alten Freund, dem Texaner Quincey Morris, dem Grafen auf die Schliche und versuchen, ihn endgültig zu vernichten.

Was soll ich noch sagen? Ich liebe dieses Buch. Und ich finde den Aufbau der Geschichte aus Tagebucheinträgen, Phonografenaufnahmen, Briefwechseln und Zeitungsberichten einfach total gelungen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, keiner ist oberflächlich dargestellt und von Anfang an gelingt es dem Autor eine durchgehende Spannung zu erzeugen.
Was mir jetzt beim erneuten Lesen des Buches aufgefallen ist: die Titelfigur Dracula taucht im Grunde nur am Anfang auf und zum Ende hin. Trotzdem beherrscht sie die gesamte Handlung und die Bedrohung durch den Vampir schwebt die ganze Zeit über den Hauptfiguren und zieht sich bis zum Schluss zu einem dunklen Netz zusammen.

Absolute Leseempfehlung für Vampirbuchfans. 


Ganz klar gibt es von mir 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71



Buchvorstellung: "Dracula - Die Wiederkehr" von Dacre Stoker und Ian Holt


Zunächst mal: Die teilweise schlechten Kritiken kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist das Buch eine würdige und gelungene Fortsetzung von Bram Stokers „Dracula“. Blutsbande verpflichten eben.
Und war für mich wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, die man lange vermisst hat: Mina Harker, Jonathan Harker, John Seward, Arthur Holmwood, Abraham Van Helsing und natürlich Dracula selbst.

25 Jahre sind vergangen seit den Ereignissen in Transsilvanien und die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Jonathan und Mina sind nach wie vor verheiratet, aber Jonathan konnte seiner Frau nie verzeihen, dass sie ihn mit Dracula betrogen und beinah für ihn verlassen hätte. Und Mina sieht noch genau so jung aus, wie damals, was sie dem Vampirblut in ihren Adern zu verdanken hat. Noch etwas, dass Jonathan nicht ertragen kann und ihn ständig an ihren Verrat erinnert. Mina hingegen schwört, dass sie nur ihren Mann liebt und nichts mehr für ihren dunklen Prinzen empfindet, der damals in Transsilvanien starb.
Ihr gemeinsamer Sohn Quincey (benannt nach dem damals verstorbenen Quincey Morris) weigert sich den von seinem Vater vorgeschriebenen Weg als Advokat zu gehen und schmeißt sein Studium an der Sorbonne in Paris hin. Stattdessen arbeitet er an einem Theater und trifft dort auf den berühmten rumänischen Schauspieler Basarab, eine äußerst charismatische Figur. Quincey bewundert den Mann und will ihn überreden am Theater in London in einem Stück des bis dahin erfolglosen Schriftstellers Bram Stoker die Hauptrolle zu übernehmen: Dracula.
Damit er weiß, um was es überhaupt geht, liest Quincey Stokers Buch – und ist entsetzt. Wieso spielen seine Eltern die Hauptrolle in diesem Buch? Und was haben Jack Seward und Arthur Holmwood mit der Sache zu tun, zwei Männer, die er von klein auf kennt und bewundert. Und wer ist dieser Graf Dracula und was hat seine Mutter mit diesem Mann…diesem Ungeheuer zu schaffen?
Zur gleichen Zeit geschehen in London grausame Morde. Ist Dracula zurück gekehrt? Oder treibt noch ein weiterer Vampir sein Unwesen und tötet der Reihe nach die Personen, die sich damals gegen Dracula verbündet hatten?

Dacre Stoker und Ian Holt bringen hier auch eine der bekanntesten Mordserien ins Spiel, die bis heute ungeklärt ist: Jack the Ripper. Und liefern eine für die Handlung des Buchs schlüssige Entlarvung des Täters.

Und wer sich mit der Geschichte Draculas befasst, der weiß, dass Bram Stoker nicht nur die Geschichten über Vlad den Pfähler, sondern auch die ungarische Gräfin Bathory als Vorbild für seinen Dracula nahm. Auch diese Idee wird hier verarbeitet.

Und fast genauso spannend fand ich das Nachwort, in dem Dacre Stoker ausführlich erklärt, warum er überhaupt auf die Idee kam, diese Fortsetzung des Buches seines Ur-Großonkels zu schreiben. 

Wenn irgendwo die Frage gestellt wird nach den größten Liebespaaren der Literaturgeschichte fällt mir immer als erstes Mina Harker und Dracula ein. Und auch zum Ende von „Dracula – Die Wiederkehr“ wird es wieder bewiesen: Wahre Liebe stirbt nie.

Aber bitte nicht falsch verstehen, dies ist kein Liebesroman. Es ist ein spannender, historischer Roman mit der richtigen Portion Crime und einem Hauch Erotik.

Ich vergebe 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71



Buchvorstellung: "Dracula, my love" von Syrie James


Dieser Roman erzählt die legendäre Geschichte des Grafen Dracula erstmals aus weiblicher Sicht. England 1890: Mina ist glücklich mit Jonathan Harker verlobt, als sie sich in den charmanten Herrn Wagner verliebt. Selbst als sie bereits mit Jonathan verheiratet ist und erfahren muss, dass der faszinierende Fremde und der gefürchtete Dracula ein und dieselbe Person sind, kann sie nicht von ihm lassen. In ihrem intimen Tagebuch enthüllt uns Mina Harker, dass in Wahrheit alles noch erregender war, als es Bram Stoker in seinem Roman "Dracula" geschildert hat.

Das geheime Tagebuch der Mina Harker. So lautet der Untertitel des Buches. Wer "Dracula" gelesen hat, der weiß, dass Mina wie alle anderen Hauptpersonen auch hier bereits Tagebuch über die Ereignisse in Whitby, London und Transsilvanien geführt hat.

In "Dracula, my love" erzählt die Autorin allerdings eine etwas andere Geschichte. Im Anhang gibt es ein Interview mit Syrie James, in dem sie erklärt, sie hatte die Idee zu diesem Buch, nachdem sie Stokers Buch ein zweites Mal gelesen hatte und mit einigen Dingen unzufrieden war. Es fehlten ihr z. B. Erklärungen, warum der Graf ausgerechnet in Whitby von Bord ging, warum er gerade Mina auswählte. Bei Stoker hat er außerdem eine vergleichsweise kleine Rolle. Er taucht am Anfang auf und später ist er der Grund für alle Ereignisse, erscheint aber nur noch ganz selten. Auch das wollte die Autorin ändern, genau wie sein Äußeres. So, wie sie sich die Geschichte zwischen Mina und Dracula vorstellte, musste er wesentlich jünger und attraktiver sein. Und wer ist dieser Dracula überhaupt? Genau erwähnt wird das nie, aber Syrie James gibt ihm eine Geschichte, die durchaus glaubwürdig ist.

Auch, dass der Leser bei "Dracula" so wenig über Mina und ihre Vergangenheit erfuhr, störte sie. In ihrem Buch erfährt man schließlich viel über ihre Kindheit und warum sie im Waisenhaus aufwuchs. Auch wie sie und Jonathan sich kennen lernten, wird in der ursprünglichen Geschichte nicht näher erwähnt.

In "Dracula, my love" wird die Geschichte von Bram Stoker aus Sicht von Mina Harker erzählt, sieben Jahre nach den Ereignissen in Transsilvanien und Draculas Tod. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber das Ende ist anders, als wir es bisher kannten. Und auch sonst ist es Syrie James gelungen, eine rundum fesselnde, teilweise neue Version eines großen Klassikers des Horrorgenres zu schreiben mit einer tapferen, für ihre Zeit sehr modernen jungen Frau, die zwei Männer liebt und zum Schluss eine schwere Entscheidung treffen muss.

Und bis zum Schluss fragt man sich: Meint Dracula es ehrlich mit Mina oder ist er doch das Ungeheuer, für das ihn alle halten?

Ich werde es hier nicht verraten, aber allen, die Bram Stoker's "Dracula" kennen und lieben, lege ich dieses Buch ans Herz.

Und auch wer "Dracula" nicht gelesen hat und gute Vampirromane dennoch zu schätzen weiß, dem kann ich "Dracula, my Love" sehr empfehlen.


Hierfür gibt es 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71


Buchvorstellung: "Dracula kehrt zurück" von Freda Warrington


Nachdem ich das Buch nach mehr als zehn Jahren letztens zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich endlich auch eine ausführliche Rezension dazu schreiben.

Sieben Jahre sind vergangen, seit Dracula in Transsylvanien getötet wurde. Mina und Jonathan Harker haben einen sechsjährigen Sohn mit Namen Quincey, zu Ehren ihres damals getöteten Freundes Quincey Morris. John Seward und Arthur Holmwood - Lord Godalming - sind inzwischen ebenfalls beide verheiratet.  
Und Professor Van Helsing ist überzeugt, dass nun die Zeit gekommen ist, wieder dorthin zu reisen, um sich noch einmal zu überzeugen, dass der Vampir wirklich endgültig vernichtet ist.
Also machen sich die Freunde zunächst auf den Weg nach Budapest zu einem alten Freund Van Helsings, Professor André Kovacz. Dort treffen sie auch auf Elena, Andrés Nichte, die mit ihrem Vater dort lebt. Die junge Frau freundet sich mit Mina an und bewundert die elegante Engländerin. Sie sehnt sich selbst nach einem freien Leben und möchte nicht als Ehefrau und Mutter enden, so wie es ihr strenger Vater für sie vorgesehen hat.
Als die Freunde schließlich weiter zum Borgopass reisen wollen, begleiten Elena und ihr Vater sie und zusammen wohnen sie bei einer befreundeten Bauernfamilie. Ihren wahren Grund für den anschließenden Ausflug in die Berge verschweigen sie allerdings der Familie und auch Elena und ihrem Vater. Nur André Kovacz weiß Bescheid, da Van Helsing seinen alten Freund in einer Weinlaune eingeweiht hat. Ein tragischer Fehler, wie er später erkennen muss.
An der Burg Dracula angekommen, erlebt jeder der Freunde diese erneute Begegnung mit dem Ort des Schreckens anders. Und als sie wieder ins Tal zurück und dann nach England heimkehren, ist nichts mehr wie vorher, denn Dracula ist erwacht und er sinnt auf Rache. Hierzu bedient er sich zunächst der jungen Elena und als sie nach dem Tod ihres Vaters als Kindermädchen nach England kommt, bringt sie das Grauen wieder ins Haus der Harkers. Jonathan verfällt immer mehr in Depressionen, die sonst friedliche Katze wird zunehmend aggressiver und Mina sehnt sich plötzlich auf eine Art und Weise nach ihrem Ehemann, wie es sich für die damalige Zeit einfach nicht gehört. Und schließlich wird klar: ihr alter Feind ist zurück. Wird es ihnen zusammen mit ihren Verbündeten dieses Mal gelingen, ihn zu bekämpfen und endgültig zu vernichten?

Veröffentlicht wurde diese Fortsetzung von Freda Warrington 1997 und damit 100 Jahre nach Bram Stokers „Dracula“. Was man aber nach ein paar Seiten bereits vergisst, denn der Schreibstil ist sehr ähnlich und auch der Aufbau des Buches, denn auch hier gibt es Tagebucheinträge und Briefe.
Aber in „Dracula kehrt zurück“ hat der Vampir eine viel größere Rolle, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch erhält er hier durchaus menschliche Züge, während Stoker ihn ja eigentlich nur als blutsaugendes Ungeheuer darstellt. Könnte natürlich daran liegen, dass dieses Buch eine Frau geschrieben hat. *g*
Womit ich aber nicht sagen will, dass die Geschichte schmalzig oder schnulzig ist, keineswegs. Man kann durchaus nachvollziehen, dass Mina hin und her gerissen ist zwischen ihrem Ehemann und dem Einfluss des Vampirs, denn schließlich geht es um das Leben ihres Sohnes. Aber ist sie wirklich bereit, dafür ihre sterbliche Seele zu opfern?
In die Geschichte eingebunden wurde der Mythos der sog. Schule der Scholomanten. Eine Schule mit zehn Schülern, die vom Teufel persönlich geleitet wurde und wo Dracula sein dunkles Wissen und seine teuflischen Fähigkeiten erlernte.

Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die sich nicht hinter dem Klassiker verstecken muss und die damit beginnt, womit „Dracula“ endete: Jonathan Harkers letzter Anmerkung zu den Geschehnissen in Transsylvanien. Die Charaktere sind vielschichtig und neben den altbekannten Figuren kommen ein paar neue wie Elena und André Kovacz hinzu. Dadurch sind John Seward und Arthur Holmwood leider ein wenig zu kurz gekommen, aber man kann halt nicht allen Charakteren den gleichen Raum geben. Und dafür hat die Titelfigur dieses Mal eben auch einen größeren Part bekommen, meiner Meinung nach ein Pluspunkt für die Geschichte. 

Hierfür vergebe ich 5 von 5 Pflöcken

© by Blackfairy71


Freitag, 6. November 2015

Kartenvorverkauf für Berlin hat begonnen


Es steht fest: Ab Mai 2016 tanzen die Vampire wieder im Theater des Westens in Berlin.




Auch wenn ich ja sagen muss, dass mich dieses Bild irgendwie an "Twilight" erinnert....und das ist richtig gruselig.  *g*

Hier geht's weiter zur Seite von Stage Entertainment: Die Ewigkeit beginnt heut Nacht

Carpe Noctem!